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What is Art Work?

Reflexions about art work

Art works were not always what we think today, that they are. A painting that today would be called a work of art, was maybe not perceived as such at the time of its formation, neither the person who created it, you would have known as artist.

The understanding over the centuries depends on the “Weltanschauung” of a society. Both - "art" and "artist" are relatively modern terms.

The contemporary stream supports the idea, that everything could be art! This is coming from the commercial culture that reduces our perception on a superficial and capitalist ideology.

Please read more details about the understandings of artwork in the german language article bellow. Was ist ein Kunstwerk ? Als erster behauptet Platon in “Die Republik”, dass Kunst imitativ, oder mimetisch ist. Kunstwerke sind ontologisch abhängig (abgeleitet) und inferior zu den gewöhnlichen Objekten, die wiederum ihrerseits ontologisch abhängig und inferior zu den Ideen (nicht-physische Formen) sindi. Genauer gesagt stellen Kunstwerke nur eine Erscheinung der Erscheinung der echten Wirklichkeit und haben somit einen viel niedrigeren Wahrheitsgrad. Daraus folgt, dass die Kunsterfahrung keine Wahrheitserkenntnis erlangen kann, was für Platon das höchste Ziel war. Da Kunstwerke den unstabilen, niederen Teil der Seele aktivieren, muss Kunst moralische Handlungen untergeordnet sein.

 

Was wir heute Kunstwerk nennen, war im Mittelalter ein zu nützlichen Zwecken geschaffenes Ding, da für den mittelalterlichen Menschen die Schönheit eine objektive Eigenschaft des Seins an sich war. Kunstwerke dienten im Mittelalter nicht einem Selbstzweck (im modernen Verständnis des l′art pour l′art, also der Kunst um ihrer Selbst willen), sie sollten in erster Linie die Herrlichkeit Gottes darstellen - in der Tiefe des Verstandes, in der Tiefe des Gewissens. Kunstwerke sollten dazu beitragen, den Menschen zu ,,verbessern" und ihn für die „Erlösung“. Alles im Leben eines mittelalterlichen Menschen war dahin ausgelegt, den Erdenbürger augenfällig und symbolhaft zu Gott zu bringen. Es herrschte eine sehr enge Verbindung der Religion zur Kunstii.

 

Die Vorstellung, dass ein Ding (Objekt) ein “Kunstwerk” sein kann, entsteht, zusammen mit dem Konzept des „Künstlers”, während der Renaissance in Italien. Der Begriff des Kunstwerks ist ein absichtsvolles und aus außerordentlicher Vorstellungskraft geplantes, in einem edlen Material, eigenhändig und durch kunstfertige Beherrschung von Werkzeugen und Verfahrensweisen realisiertes Produkt eines ebenso ingeniösen wie erfahrenen Autors (Meisters). Gleichzeitig wurde das Werk des Künstlers als mit göttlich-inspirierte Kreativität geschaffen, betrachtetiii.

 

Der Begriff des Werkes ist für Philosophen faszinierend, weil die Kunst in eine Welt eintritt, es ist eine Welt mit Gegenständen oder Dingen, die gleichzeitig materiell und immateriell sind. Seit dem 19. Jahrhundert hat man die Ästhetik oft mit dem Begriff des Werkes zusammengedacht. Im Gebiet der Ästhetik wurde sehr viel Unterschiedliches über das Wesen des Kunstwerk geschrieben, besonders im 20ten Jahrhunderts. Der Wert der Kunst definiert sich nicht mehr über die Schönheit oder die Regeln der Komposition, sondern über die Idee des Werkes. Die Begriffe Kunst und Kunstwerk sind untrennbar. In dem kantschen Kunstwerkverständnis kommen die Extremen Genie und Geschmack zusammen. Für Kant ist ein Kunstwerk also im besten Fall etwas Originelles, Vorbildloses und Unergründliches, das in einer Form eingearbeitet ist, die als geschmackvoll empfunden wird und daher allgemeine Zustimmung finden kann. Kant vertritt nicht die Auffassung, ein Kunstwerk offenbare nur dann Geschmack, wenn jeder Rezipient es schön finde, vielmehr gilt für das Geschmacksurteil, dass es allgemeine Übereinstimmung ansinntiv .

 

Mit Hegel gehen die materielle und immaterielle Anschauung der Werke zusammen. Für Hegel ist das Kunstwerk ein sinnlicher Ausdruck der Verbindung des Geistes mit der externen Realität, es ist materielle Substanz, dass mit Geist getränkt istv. Mit diesem Begriff hat er die Wahrheit der Schönheit etabliert. Das Schöne ist etwas Objektives, das durch die Werke der Kunst repräsentiert wird. Die Kunst ist etwas Geistiges, aber die Kunstwerke sind auch sichtbare und sinnliche Erscheinungen des Geistes. Nach Hegel hat auch Heidegger die Kunst mit dem Begriff des Werkes verstanden. Heidegger macht die Feststellung, dass die Frage nach dem Ursprung des Kunstwerkes zu verstehen sei, als Frage nach dem Wesen der Kunst. Sie komme aber nur im Kunstwerk zum Ausdruck und so sei es nötig, das Dinghafte, also das Wirkliche am Kunstwerk, zu fassen, um letztlich zur Kunst selbst vorzudringen. Im Unterschied zu Hegel hat er das Schöne aufgegeben. Was aber ist das Dinghafte, was allen Dingen zugrunde liegt? Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Dinghafte, der dingliche Unterbau kein Teil des Kunstwerkes an sich sei. In seine scheinbar fehl gegangenen Überlegungen lässt Heidegger jedoch beiläufig richtiges einfließen und führt den Leser so an seine Definition von Kunst, diese sei das ,,Sich-ins-Werk-Setzten der Wahrheit des Seienden``. Mit ins-Werk-Setzen der Wahrheit meint er das ,,Geschehnis der Wahrheit`` am Werk, ,,die Eröffnung des Seienden in seinem Sein``vi. Heidegger definiert das Kunstwerk nun als das, was eine Welt auf- und die Erde herstellt – das Kunstwerk ist gleichzeitig sinnlich und geistig. Die Welt ist der Erkenntnishorizont einer Person, jedes Lebewesen hat seine Welt, Heidegger führt dies am Leben einer Bäuerin genauer aus. Die Erde aber ist die Gesamtheit alles Seienden, dass ,,als Sich-Verschließendes aufgeht``vii. Wahrheit und Werk sind deswegen untrennbar verbunden.

 

Der französische Denker Mikel Dufrenne gehört dieser Tradition an. Was ein Kunstwerk von anderen Repräsentationsformen unterscheidet ist, dass es eine Welt ausdrücktviii. „Welt“ bezieht sich auf das Empfinden der Objektivität welche als Ergebnis der subjektiven Erfahrung resultiert. In dem Sinne drückt das Kunstwerk eine Welt aus, dass es uns die Struktur (Beschaffenheit) der Erfahrung sehen lässt. Dufrenne erklärt, dass die ästhetische Erfahrung des Betrachters das Werk zu einem Werk macht. Das Kunstwerk besteht aus der Aktivität des Betrachters, mit der die Kunst wahrnehmbar wird. Wenn die Kunst interpretiert wird, spricht man von einem Kunstwerk. Die Interpretation ist das Kriterium, daß die Kunst in ein Kunstwerk verwandelt. Der Begriff des Kunstwerkes als ein Ding oder Gegenstand - wie man ihn bei Heidegger oder anderen Philosophen findet- wird auch in Frage gestellt: Diesen Ansatz findet man bei Walter Benjamin, wo er in seinem Aufsatz das Verschwinden des Kunstwerkes erklärt. Das Kunstwerk ist nicht mehr ein Ding, das einen Kultwert trägtix. Bei George Dickie, in seiner Institutionstheorie ist ein Gegenstand dann ein Kunstwerk, wenn er einerseits ein „Kandidat der Wertschätzung“ ist und andererseits von entsprechend autorisierten Vertretern der Kunstwelt präsentiert wird. Zum Kunstwerk wird ein Werk nicht durch die künstlerische Kraft eines Autors oder durch ein künstlerisches Verfahren. Ein Kunstwerk unterscheidet sich von einem Werk anderer Art durch eine besondere Weise des Gebrauchs und der Wertschätzungx. Die Wertschätzung des Originals sagt uns: Zwei Dinge können materiell völlig ununterscheidbar und gleich sein und doch messen wir ihnen völlig unterschiedlichen Wert zu, bezeichnen das eine z.B. als ein Kunstwerk, das andere z.B. als eine Fälschung, eine Kopie, ein Ready-made, oder einen simplen Gegenstand. Dickies Institutionstheorie stellt damit allerdings lediglich eine Art Black-Box dar, bei der an einem Ende Gegenstände hineingeschoben werden und am anderen angezeigt wird, ob es sich jeweils um ein Kunstwerk handelt oder nicht. Dennoch kann eine hinreichend differenzierte Form der Institutionstheorie ein sinnvolles Verständnis des Phänomens Kunst ermöglichen. Intentionen beispielsweise sind nur dann relevant, wenn sie auch zum Ausdruck gebracht werden können. Das aber können sie nur, wenn es entsprechende Konventionen gibt, derer sich der Künstler bedienen kann. Diese Vorteile der Institutionstheorie entstehen, weil sie ernst den sozialen Kontext der Kunst wahrnimmt.

Sind Duchamps „ Urinar“ und Warhols „Brillo Boxes“ Kunstwerke?

Duchamp nahm im Jahre 1917 ein aus der Industrieproduktion stammendes Urinar und stellte es als Kunstwerk aus. 1964 stellte Andy Warhol eine Reihe von bedruckten Holzkisten aus, die genauso aussahen wie Kartons mit Topfreinigern der Marke Brillo, die man in jedem Supermarkt kaufen konntexii. Keine der im Punkt 1 und 2 dargestellten Theorien können diese Objekte einheitlich als Kunstwerke definieren beziehungsweise nur beschränkt.xiii Daraus folgt, dass man unterscheiden muss zwischen „Kunstwerken“, die ein Künstler hergestellt hat, und solchen, die er dazu ernannt hat. Mithin fehlt zum Werk nicht jede, aber ganz eindeutig eine wesentliche Bestimmung. Wir haben das Objekt zwar beschrieben, wie wir auch andere Werke der Kunst beschrieben haben, den David von Michelangelo oder Venus von Boticceli. Ganz offensichtlich sind es jedoch nach Duchamp und Warhol nicht die objektiven Eigenschaften des Werks, die es zum Kunstwerk machen, sondern ein Status, der einem Objekt verliehen wird, eine Art „Brand“, die das Objekt in seinen materiellen Eigenschaften äußerlich unberührt läßt, ihm aber eine andere Funktion und Sehweise zuweist.

 

Sogar die Institutionstheorie der Kunst lässt unerklärt, warum ein Werk wie Duchamps Urinal von einem bloßen Ding zu einem Kunstwerk erhoben werden konnte. Sie hinterlässt Objekte, die sonst nicht voneinander zu unterscheiden sind, von denen das eine aber ein Kunstwerk ist und das andere nichtxiv. Warum einem Objekt dieser eigentümliche Status verliehen wird, bleibt ebenso offen, wie die Frage nach den Unterschieden zwischen den verschiedenen Werken und Gattungenxv.

 

Die oben dargestellten Fragestellungen zeigen, dass was als Kunstwerk zählt über die Zeit und Platz differiert und von der Weltanschauung einer Gesellschaft abhängt. Die Fülle an funktionalen, historischen und hybriden Kunstwerktheorienxvi zeigt, dass es auch keine einheitliche Weltanschauung, wie z.B. der Antike, heutzutage mehr gibt. Es gibt sogar Anschauungen die heute besagen, dass Kunst (und somit Kunstwerke) nicht mehr definierbar sind und alles Kunst sein könnte. Allerdings wollen solche Ansichten zu einfach der Problematik entgehen. Entgegen der Vorstellung von dem Kunstwerk als das Geschehen der Wahrheit, kann heute das Kunstwerk das Trügerische oder das Oberflächliche darstellen, um die Leere unserer sozialen Welt aufzuzeigen. Die Themen kommen aus der kommerziellen Kultur, die unsere Wahrnehmung auf eine oberflächliche und kapitalistische Weltanschauung reduziert.

 

Lea Fuchs, Wien, 2012

 

Bibliografie:

 

Bittel, Kurt und Fontein, Jan und Keller, Harald, Propyläen Kunstgeschichte in zwölf Bänden, Band V, Das Mittelalter, Propylaeen, Berlin,1990

Cazeaux, Clive, Nineteenth-Century german aesthetics, Phenomelogy and hermeneutics in the “The continental aesthetics reader”, London, Routledge, 2000

Danto, Arthur, Die Verklaerung des Gewoehnlichen. Eine Philosophie der Kunst, Frankfurt am Main, Editura Suhrkamp, 1984

Davies, Stephen, Definitions of art in dem The Routledge companion to Aesthetics edited by Berys Gault, London and New York, Routledge, 2001

Graham, Gordon, Philosophy of the arts, London, Routledge, 1997

Hauskeller, Michael, Was ist Kunst?, Muenchen, Editura Beck, 2008

Heidegger, Martin, Der Ursprung des Kunstwerkes, Stuttgart, Editura Reclam, 1960

Ullrich, Wolfgang, Gesucht: Kunst!, Berlin, EdituraWagenbach, 2007

 

Elektronische Ressourcen:

 

Benjamin, Walter, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, 1936-1939

http://www.arteclab.uni-bremen.de/~robben/KunstwerkBenjamin.pdf.

Platon, Politeia, http://www.opera-platonis.de/Politeia3.html und Politeia10.html Witcombe, Cristopher, ART & ARTISTS: the Renaissance and the Rise of the Artist, http://www.arthistory.sbc.edu/artartists/renaissance.html

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